Meine Technik: Zwischen Chaos und Kontrolle

Das Echo des Wassers

Wer sich auf Wasserfarben einlässt, spürt schnell, dass sich diese Technik nicht erzwingen lässt. Sie will behutsam erarbeitet werden. Meine Werke sind das Ergebnis dieser Reise. Ein ständiger Dialog zwischen meiner Hand, dem Papier, den Pigmenten und dem Wasser.

Das flüssige Gedächtnis

Dabei ist das Wasser weit mehr als ein bloßes Hilfsmittel; es ist der eigentliche Akteur. Gemeinsam mit der Farbe wird es zu einer sanften, fließenden Kraft, die ihren ganz eigenen Weg sucht. Mal versuche ich, diese Energie zu führen und ihr Bahnen zu weisen, mal lasse ich ihr freien Lauf – wie einer Flut, die alle Grenzen auflöst. Mal wirkt das Wasser still und schwer wie ein tiefer Sumpf, mal flüchtig wie ein feiner Nieselregen. Doch egal, welche Form es annimmt: Wasser hinterlässt Spuren. Es prägt das Papier und macht sichtbar, wo es gewesen ist.

Die Welt malt sich selbst

Wenn ich die Welt betrachte, sehe ich die Spuren des Wassers überall: Täler, die sich durch den Fels gegraben haben, oder Ufer, die beständig von Wellen geformt werden. Sogar die Wolken am Himmel sind für mich ein Werk aus Wasser und Farbe. Wenn Regen auf Erde trifft und sich mit den Pigmenten der Natur vermischt, malt die Welt sich selbst. Dieses Zusammenspiel ist der Kern meiner Arbeit. Ein ewiges Spiel zwischen Chaos und Kontrolle, zwischen Loslassen und Festhalten.

Aquarellmalerei ist die schwierigste aller Maltechniken, aber auch die freieste
— John Singer Sargent
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Im Gespräch: Mein künstlerischer Weg

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